Stephan Kühn

Mitglied des Deutschen Bundestages


Pressemitteilungen im Überblick

Aktuelle Pressemeldungen zu meiner Arbeit im Deutschen Bundestag,
insbesondere zu den Themen Ostdeutschland, Fuß- und Radverkehr,
Luftverkehr, Bahnverkehr und Autoverkehr
stelle ich hier aktuell für alle Interessierten zur Verfügung.

 

 


 
 
Pressemitteilung | Schienenverkehr Deutschland – Polen: Fernverkehrsangebote weiter nicht konkurrenzfähig – Bund muss Ausbauprojekte vorantreiben
Mittwoch, den 13. Juni 2012 um 10:10 Uhr

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die Verbesserung des Schienenverkehrs zwischen Deutschland und Polen in einem Antrag aufgegriffen, der morgen im Deutschen Bundestag beraten wird. Zur Entwicklung des Schienenverkehrs zwischen Deutschland und Polen erklärt Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion:

„Beim Schienenverkehr zwischen Deutschland und Polen liegt leider auch acht Jahre nach dem EU-Beitritt unserer östlichen Nachbarn vieles im Argen. Wir haben immer noch teils desolate Infrastruktur, uns fehlen Lückenschlüsse im elektrifizierten Netz und das Angebot im Fernverkehr dümpelt vor sich hin. Gab es 1991 noch 15 Fernverkehrszugpaare zwischen beiden Ländern, so ist das Angebot in den letzten zwei Dekaden auf sieben Zugpaare zusammengeschmolzen.

Ziel muss es sein, auf den Hauptstrecken Berlin – Szczecin, Berlin – Wrocław und Dresden – Wrocław bis spätestens 2020 einen Ausbaustand zu erreichen, der konkurrenzfähige Fahrzeiten im Fernverkehr erlaubt. Ein Schlüsselprojekt ist die Strecke von Cottbus nach Görlitz (Elektrifizierung) mit dem man gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe“ schlägt. Von diesem Vorhaben würde neben Görlitz vor allem die Relation Berlin – Wrocław (via Horka) profitieren. Die derzeit gegenüber dem Pkw nicht konkurrenzfähige Fahrzeit von fast 5 ½ Stunden ließe sich so um rund 2 Stunden verkürzen. Auf diese Weise könnte zwischen beiden Städten endlich ein attraktives Fernverkehrsangebot etabliert werden.

Auch dem Güterverkehr auf der Schiene würden die Ausbauvorhaben nutzen. Der Außenhandel zwischen Deutschland und Polen hat sich in der letzten Dekade mehr als verdoppelt. Trotzdem hat die Schiene Marktanteile an den Lkw verloren; der Anteil am Güteraufkommen ist mittlerweile auf unter 20 Prozent abgesunken. Beim Export wird Polen 2011 erstmals unter den zehn wichtigsten Handelspartnern Deutschlands aufgeführt. Während zwischen beiden Ländern die Fernstraßenprojekte schon seit Jahren weitgehend fertiggestellt sind, konnte der Ausbau der Schieneninfrastruktur mit der dynamischen Entwicklung der Handelsbeziehungen nicht Schritt halten. Die kürzlich abgeschlossene Finanzierungsvereinbarung für den Ausbau der „niederschlesischen Magistrale“ (Knappenrode – Horka - Bundesgrenze) ist angesichts von langen Lkw-Kolonnen auf der A 12 und A 4 längst überfällig gewesen.“