| Bundestagsrede | Elberaum entwickeln – Nachhaltig, zukunftsfähig und naturverträglich |
| Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 12:39 Uhr |
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Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Elbe ist der letzte große Fluss Europas, der auf ca. 600 Kilometern natürlich fließt. Hier gilt es verstärkt Maßnahmen zu ergreifen, die die einzigartige Auenlandschaft bewahrt. Rückbau- und Renaturierungsmaßnahmen müssen stattfinden, um Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen und zu bewahren. Die Elbe stellt ein wunderschönes Naturerlebnis für den Menschen dar, darauf muss der Tourismus in der Region aufbauen. Seit 20 Jahren laufen Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen die zu keiner wesentlichen Güterverkehrssteigerungen auf der Elbe geführt haben. Aber der ökologische Zustand der Elbe würde sich bei einem weiteren Ausbau zur Schiffbarmachung erheblich verschlechtern und dass obwohl die Ober- und Mittelelbe ein wahres Naturparadies ist. Der Ausbau der Elbe würde schützenswerte Elbauen, die wichtige Hotspots der Biodiversität darstellen, gefährden. Eine konstante Mindesttiefe der Elbe könnte nur mit massiven Eingriffen in das Ökosystem Elbe ermöglicht werden. Die sich seit einigen Jahren ansiedelnde Fischerei würde wieder eingehen, weil die Fischbestände durch Betonierung und Begradigung ihre Laichplätze verlieren und durch Staustufen an der Wanderung gehindert würden. Der Fischbestand, der seit der Wende von 12 Arten in der DDR auf 42 Arten heute angewachsen ist, würde wieder verringert. Um die Binnenschifffahrt auf der Elbe zu gewährleisten, soll die Elbe eine Fahrrinnentiefe von 1,60m zwischen Geesthacht und Dresden und von 1,50m oberhalb von Dresden an mindestens 345 Tagen aufweisen. Die dazu seit 20 Jahren laufenden Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen, 2010 allein 31 Mio. Euro, haben das Ziel, mehr Verkehr auf die Elbe zu verlagern, nicht erreicht. Sie führten zur Sohleeintiefung und damit zur Absenkung der Grundwasserstände. Wir fordern: durch die Förderung von Ufer- und Auenrenaturierungen mehr Raum für die Elbe zu schaffen und Maßnahmen zu Deichrückverlegung mit den Ländern zu ergreifen. |
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